Back to Lyss

Nach einer einigermassen angenehmen Nacht – der Stellplatz ist leider nahe an einer Bahnlinie gelegen und es fuhren auch während der Nacht noch Güterzüge vorbei – nahmen wir die letzte Etappe in Angriff. Zuerst machten wir aber noch einen kurzen Abstecher an den Gardasee und kauften in Sirmione lokale Spezialitäten und Wein ein. Dann ging es über Mailand Richtung Schweiz und in Mendrisio besuchten wir noch das Outlet Foxtown, da Michi leider in Italien Pech hatte: Alle Outlets, welche wir anvisiert hatten, waren jeweils geschlossen als wir in der Nähe waren.

Im nahegelegenen Steakhouse Old Wild West assen wir zu Mittag…das Essen war aber nicht sonderlich gut. Aber auch das Foxtown war nicht so der Hit und so verliessen wir das Outlet wieder ohne Einkäufe und fuhren weiter Richtung Lyss. Den Gotthardtunnel konnten wir glücklicherweise ohne grösseren Stau durchqueren und erreichten Lyss gegen 19 Uhr am Abend.

Zum Ausklang gab es Marroni und feine Salami aus Italien sowie kräftigen kroatischen Rotwein – und wieder ging eine traumhafte Reise in unserem WoMo erfolgreich zu Ende!

Plitvicer Seen

Nun brach bereits unser letzter Tag in Kroatien an. Wir frühstückten, duschten und machten den Camper startklar. Dann fuhren wir zum Eingang 1 des Nationalparks, wo wir unser WoMo glücklicherweise im Schatten der Bäume parken konnten.

Mit gepacktem Rucksack und gutem Schuhwerk liefen wir dann – wie viele andere Besucher auch – Richtung Seen und bestaunten zuerst einmal den grossen Wasserfall. Dann stiegen wir durch eine 80 Meter tiefe Schlucht hinauf und machten uns danach auf den Weg zu den Transportbooten. Wir durchquerten einen der grösseren Seen und machten uns zu Fuss auf Erkundungstour entlang der Route C, welche ca. 8 km lang war.

Die zahlreichen, glasklaren Seen und Wasserfälle – übrigens auch ein Drehort des Winnetou-Films „Der Schatz im Silbersee“ – waren absolut atemberaubend und nicht umsonst ein riesiger Publikumsmagnet. Teilweise ging es im Gänsemarsch über die Besichtigungswege…wir wollten uns gar nicht vorstellen, wie es hier in der Hochsaison aussehen musste! Unser Entscheid, Kroatien im Herbst statt im Sommer zu besuchen, hatte sich auf jeden Fall als richtig erwiesen.

p@ staunte nicht schlecht, als er unterwegs noch eine Arbeitskollegin mit ihrem Freund traf…die Welt ist halt wirklich manchmal ein Dorf!

Müde aber zufrieden kehrten wir zum Parkplatz zurück und assen in einem der Restaurants als krönenden Abschluss noch ein feines Abendessen.

Nun hiess es Abschied nehmen: Wir fuhren los Richtung Slowenien und Italien und kämpften uns zwischen der Grenze der beiden Länder durch die enge, von Lastwagen verstopfte Hauptstrasse…leider hatten wir den direkten Weg genommen statt der Umfahrung vom Hinweg.

In der Nähe von Venedig legten wir eine kurze Fahrpause ein, verpflegten und und fuhren dann weiter zum Stellplatz Al Porto von Peschiera del Garda, wo wir uns für die Nacht einrichteten.

Auf den Spuren von Winnetou und Old Shatterhand

Wir hatten gut geschlafen und waren voller Tatendrang: Der heutige Tag stand ganz im Zeichen unserer Kindheitserinnerungen (zumindest die von Michi und p@) bezüglich Winnetou und Old Shatterhand. Nicht weniger als 11 Karl May Filme wurden unter anderem im Paklenica National Park gedreht.

Zudem wurde das alte Paklenica Motel / Hotel Alan von der Filmcrew als Ausgangspunkt für die Dreharbeiten gebraucht. Da daraus später das Bluesun Hotel hervorging, konnten wir vor der Weiterfahrt das zu einem Karl May & Winnetou Museum ausgebaute alte Hotel besichtigen. Dieses lag nur wenige Meter von unserem Übernachtungsplatz entfernt.

Nebst vielen Originalfotos und zahlreichen Filmrequisiten waren auch die damaligen Zimmer von Pierre Brice und Lex Barker zu besichtigen. Eine nette Kroatin klärte uns in bestem Deutsch über die Geschichte des Museums auf. Wir erfuhren auch, dass Pierre Brice bis zu seinem Tod jedes Jahr hierher gekommen war um an den Fantreffen teilzunehmen. Später setzte seine Frau diese Tradition fort.

Da wir nur vage Informationen per Internet über unser nächstes Ziel – das Winnetou-Plateau im Zrmanja-Canyon – erfahren hatten, fragten wir sie nach dem genauen Weg und bekamen eine detaillierte Beschreibung des Wegs zum Canyon. Und so fuhren wir los Richtung Jasenice und bogen an dem öminösen Holzschild mit dem Hinweis auf „Pariževićeva Glavica“ auf einen Feldweg ab, der zum Zrmanja-Plateau führte.

Gerade als wir abbiegen wollten, kam uns ein Pössl-Camper entgegen, welchen wir bereits in Dubrovnik gesehen hatten…und wirklich: Unser Nachbar vom Camping Kate in Dubrovnik war uns mit der Besichtigung des Plateaus bereits zuvor gekommen! Er meinte, dass man nicht bis nach vorne fahren könne, da es über Nacht ziemlich geregnet hatte und sich auf dem Feldweg zum Plateau grosse Wasserpfützen gebildet hatten. Er empfahl uns, bis zur ersten grossen Pfütze zu fahren und das WoMo dann dort am Rand des Weges stehen zu lassen.

Dies machten wir dann auch so und bereiteten uns für den restlichen Fussmarsch vor, als es stark zu regnen anfing. Ausgerechnet jetzt! Aber wir liessen uns davon nicht abhalten, zogen unsere Regenjacken an, rüsteten uns mit Schirmen aus und machen uns auf den Weg. Es war gar nicht so einfach, durch die Wasserpfützen und den Morast einen Weg zu finden…aber schlussendlich erreichten wir das Plateau trotz Regenschutz total durchnässt. Luna hatte alle Lust verloren und wollte nur noch zurück in den Campi. So machten wir mit vorgehaltenem Schirm ein paar Fotos und liefen dann zurück zum WoMo.

Unterwegs kam uns ein Abschleppfahrzeug entgegen, welches sich scheinbar ohne grössere Probleme durch die tiefen Pfützen des durchnässten Feldwegs gekämpft hatte. Wollte dieses evtl. zu einem VW-Bus Camper, welchen wir vorne auf dem Plateau gesehen hatten?

Wieder im WoMo angekommen, zogen wir unsere nassen Klamotten aus und wärmten uns erst einmal ein wenig auf. Beim Blick durch das Dachfenster fiel p@ ein kleiner Streifen blauer Himmel auf…es gab also Hoffnung auf besseres Wetter! Als nun noch der Abschleppwagen mit dem auf dem Plateau gesichteten VW-Bus im Schlepptau mitten durch die tiefen Pfützen vor unserer Nase durchfuhr, stand unser Entscheid fest: Winnetou-Plateau 2. Versuch!

p@ warf den Motor an und steuerte das Vehikel mitten durch die Pfützen und ein paar Minuten später stand unser Gefährt mitten auf dem Plateau. Gleichzeitig riss der Himmel auf und die Sonne drückte durch…Wow!

Wir waren mutterseelenallein und konnten nun die tolle Aussicht so richtig geniessen. Da es Mittagszeit war, assen wir etwas und liessen zudem die Katzen ein wenig herumstreunen. Das Wetter wurde immer besser und es ging natürlich nicht lange, und es kamen wieder ein paar weitere Leute, welche den Drehort von Winnetou I und III sowie „Der Schatz im Silbersee“ besichtigen wollten.

Es hatte sich auf jeden Fall gelohnt, nochmals zum Plateau zu fahren. Und so nahmen wir zufrieden die nächste Etappe unserer Reise unter die Räder. Wir fuhren entlang des imposanten Plaklenica-Gebirges wieder zurück zur Autobahn und bogen dann bei Gornja Ploča ab, um ins Landesinnere zu fahren.

Ziel waren die Plitvicer Seen, welche wir am Folgetag besuchen wollten. Wir durchfuhren den Nationalpark und fuhren nach Grabovac, wo wir uns einen Platz auf dem Tourist Camping sicherten. Im Restaurant des Campingplatzes assen wir zu Abend und gingen dann gestärkt für den nächsten Tag ins Bett.

Winter is coming… ;-)

Heute war ein City-Trip nach Dubrovnik angesagt. Wir schliefen deshalb – obwohl es ja Sonntag war – nicht aus, sondern assen kurz etwas zum Frühstück und liefen dann den Weg direkt vom Campingplatz zur Küste hinunter zum Bootshafen. Das Ticket hatten wir bereits am Vortag an der Reception des Platzes gekauft und pünktlich um halb zehn Uhr legte das Taxi-Boot ab.

Auf der ca. 1/2-stündigen Fahrt zum Altstadthafen von Dubrovnik sahen wir schöne Küstenabschnitte mit herzigen Häuschen, aber leider auch hässliche, zerfallende Hotelruinen. p@ war froh, als das Boot im Hafen anlegte…Wasserfahrzeuge sind ja nicht so sein Ding.

Als allererstes absolvierten wir den Trip über die City Walls. Die imposante Stadtmauer rund um die Altstadt bietet einen tollen Ausblick auf Dubrovnik und ist eines der „musts“ bei der Stadtbesichtigung. Zum Glück war nicht Hochsommer und zudem waren nur etwa zwei Kreuzfahrtschiffe im Hafen und so hielt es sich mit den Leuten noch in Grenzen. Scheinbar ist zur Hochsaison in dieser Stadt fast kein Durchkommen mehr möglich.

Auf unserem Trip rund um die Mauer hatten wir Gelegenheit, die vielen tollen Sehenswürdigkeiten von Dubrovnik von oben herab zu bestaunen und vor allem zu fotografieren – und wir machten jede Menge Fotos!
Auch der eine oder andere Schauplatz unserer Lieblings-Serie „Game of Thrones“ war zu sehen – wirklich eine tolle Stadt!

Nachdem wir die Runde um die gesamte Altstadt absolviert hatten, führten wir unsere Besichtigungstour durch die Gassen weiter. Diese füllten sich nun mehr und mehr mit Menschen, oft Gruppen von Japanern, welche natürlich auch knipsten, was das Zeug hielt.

Nachdem wir die wichtigsten Kirchen, Paläste, Regierungsgebäude etc. gesehen hatten, genehmigten wir uns schon mal ein Apéro in einer der schönen Gässchen…begleitet von Live-Musik! Anschliessend gingen wirs in die Oyster & Sushi Bar Bota und schlemmten so richtig. Das Restaurant ist für Sushi-Liebhaber wärmstens zu empfehlen!

Anschliessend schlenderten wir weiter durch die Stadt…es gab so viel zu sehen!
Leider setzte dann Regen ein und wir entschlossen uns, wieder zurück zu unserem fahrendem Heim zu fahren. So gingen wir zum Hafen und warteten bei einem Glas Wein auf das nächste Boot zurück nach Mlini. Währenddessen wurde der Regen immer stärker und hörte leider auch nicht auf, als das Boot ablegte.

Das kleine Boot kämpfte sich durch die immer höher werdenden Wellen und p@ wurde bleicher und bleicher. Zum Glück erreichten wir den Hafen von Mlini heil und auch das Wetter wurde zusehends freundlicher. Wir stiegen wieder hinauf zum Campingplatz und packten alles zusammen. Schliesslich wollten wir auf dem Rückweg von Dubrovnik Richtung Norden dann auch noch das eine oder andere anschauen.

In Mlini kauften wir noch Wein ein und tankten unser WoMo voll und machten dabei noch die Bekanntschaft mit den ersten UNfreundlichen Kroaten, die wir bis dahin getroffen hatten. Alle Leute waren nämlich bis jetzt extrem freundlich und sympathisch gewesen.

Wir fuhren bei einsetzender Dunkelheit über die tolle Küstenstrasse hoch über Dubrovnik Richtung Split und konnten so die Altstadt „by night“ von oben her sehen…eine wunderschöne Perspektive! Leider hatte es viel Verkehr und kaum Haltemöglichkeiten und so konnten wir davon leider keine Fotos machen.

Weiter ging es per Küstenstrasse Richtung Norden, wir passierten kurz Bosnien und Herzegowina und fuhren dann auf die Autobahn, auf welcher wir an Split, Trogier, Šibenik und Zadar vorbei bis hinauf nach Maslenica/Jasenice fuhren, nur mit einem kurzen Zwischenstopp unterwegs bei einer Autobahnraststätte für das Nachtessen, welches wir im WoMo zubereiteten.

Dort verliessen wir die Autobahn und fuhren nach Starigrad, welches beim Paklenica National Park lag. Ziel war das Bluesun Camp Paklenica, wo wir die Nacht verbringen wollten.

Da es aufgrund unserer langen Reise nun schon fast Mitternacht war, war die Reception natürlich nicht mehr besetzt. Jedoch hatten wir Glück: Die Schranke war offen und es hatte nur wenige Wohnmobile, so dass wir uns einen Übernachtungsplatz aussuchen konnten. Müde von den Strapazen des Weges schliefen wir sofort ein.

Von Orebić nach Dubrovnik

Wärmende Sonnenstrahlen weckten uns am nächsten Morgen und wir genossen ein ausgiebiges Frühsück, während unsere Katzen die Gegend auch bei Tageslicht noch etwas erkundeten. Es dauerte nicht lange, und dann hatten wir noch eine dritte…wenn auch etwas ausgehungerte…Katze vor unserem Camper. Da wir ja mit gesundem Katzenfutter ausgestattet waren, gaben wir dem kroatischen Tigerchen etwas davon ab und machten uns startklar für die Weiterreise. p@ staunte nicht schlecht, als er die WC-Kassette leeren wollte: Es hatte einen vollautomatischen Kassetten-Reinigungsautomaten auf dem Campingplatz!

Als alles verstaut war, fuhren wir zur Reception und meldeten uns an…und gleich wieder ab :-)
Dann kauften wir in einem nahegelegenen Supermarkt noch das Notwendigste ein und fuhren anschliessend runter zum Hafen von Orebić, wo wir eigentlich die Fähre zur Insel Korčula nehmen wollten, um diese auch noch zu besichtigen…in Anbetracht der fortgeschrittenen Ferientage und unseres weiteren Reiseprogrammes liessen wir dies aber sein und schlenderten stattdessen ein wenig der Küste entlang und bewunderten die Kapitänsvillen.

Dann steigen wir wieder in unser WoMo ein und fuhren weiter – mit kurzem Zwischenhalt bei einem Weinshop wo wir ausgezeichneten kroatischen Wein degustierten und kauften. Überall auf der Insel hatte es Reben und Bauern mit kleinen Traktoren kurvten herum. Aber leider sichteten wir keine Wildschweine, obwohl es überall Schilder hatte, welche vor den Viechern warnten.

Unser nächstes Ziel war Ston, welches am Übergang von Pelješac zum Festland gelegen war und sowohl für seine Salinen als auch für die riesige Befestigungsmauern bekannt war.

Im schönen aber sehr touristischen Städtchen assen wir zu Mittag und waren innert kurzer Zeit von gut fünf Katzen umringt…mit dem Resultat, dass Luna von ihrem Pouletschnitzel nicht all zuviel selbst gegessen hatte!

Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg auf die Mauer und erklommen zusammen das erste Teilstück. Michi und Luna gingen dann über eine Querverbindung wieder hinunter ins Städtchen, während p@ über die ganze Befestigung bis nach Maliston joggte, wie wild fotografierte und anschliessend von Maliston wieder zurück nach Ston lief.

Anschliessend gings weiter per WoMo: Ein kurzer Stopp nach Maliston zum Fotografieren der Austernzuchten und dann waren wir schon wieder auf dem Festland und fuhren durch tolle Küstenlandschaften Richtung Dubrovnik.

Wir passierten die grosse Hängebrücke und erblickten die gigantischen Kreuzfahrtschiffe, welche Tag für Tag im Hafen anlegten und unerschöpfliche Mengen von Touristen mitbrachten. Da wir im Vorfeld abgeklärt hatten, welches der beste Stell- oder Campingplatz für eine Stadtbesichtigung war, passierten wir Dubrovnik auf der hoch über der Altstadt verlaufenden Küstenstrasse und fuhren weiter nach Mlini, wo wir uns auf dem Camping Kate direkt neben einem herzigen kleinen Kapellchen einquartierten.

p@ warf den Grill an und röstete Knoblibrot, während Michi ein ausgezeichnetes Chili con Carne zauberte. Luna kletterte währenddessen mit unseren Katzen auf den Bäumen herum und alle waren mega happy! Nach dem hervorragenden Essen unter freiem Himmel bei Kerzenlicht gingen wir alle 5 müde aber zufrieden ins Bett und schliefen schon bald ein…schliesslich stand am nächsten Tag eine anstrengende Stadtbesichtigung von Dubrovnik auf dem Programm!